Brustkrebs wird nicht von Antitranspirants verursacht
Frauen, die über eine mögliche krebserregende Wirkung von Antitranspirants besorgt waren, können nun endlich aufatmen. Eine am 16. Oktober 2002 im Journal of the National Cancer Institute veröffentlichte Studie ergab, dass weder Antitranspirants noch Deodorants mit einem erhöhten Brustkrebsrisiko in Verbindung gebracht werden können.
"Antitranspirants sind krebserregend!" - derartige Behauptungen werden seit einigen Jahren immer wieder per E-Mail in Umlauf gebracht. Angeblich hindern Antitranspirants den Körper daran, "Giftstoffe" auszuschwitzen, die sich dann in den Lymphknoten der Achseln ansammeln und zu Krebs führen. Diese Theorie ist allerdings völlig falsch. Schwitzen dient vorrangig zur Temperaturregelung des Körpers, während Giftstoffe zum größten Teil über andere Wege ausgeschieden werden.
Dennoch wurden Verbraucher durch diese irreführenden und sensationellen E-Mails derart verunsichert, dass die American Cancer Society (eine amerikanische Krebsorganisation) 1999 eine spezielle Website zur Widerlegung der Behauptungen veröffentlichte. Im Jahr 2000 erklärte die Organisation zudem offiziell, dass es keinerlei wissenschaftlichen Beweise für eine solche Verbindung gibt. Aber viele Frauen hatten immer noch Zweifel. Schließlich gab es keine schlüssigen Beweise, die eine krebserregende Wirkung von Antitranspirants definitiv ausschließen.
Bis jetzt. Die aktuellen Daten basieren auf 813 Frauen mit Brustkrebs und 793 Kontrollpersonen, die an einer umfassenderen Studie zur Untersuchung des Brustkrebsrisikos durch den Kontakt mit diversen Umweltfaktoren teilnahmen. Das Forschungsprojekt, das am Fred Hutchinson Cancer Research Center in Seattle, USA, durchgeführt wurde, lässt die Schlussfolgerung zu, dass kein Zusammenhang zwischen Brustkrebs und der Verwendung von Antitranspirants und Deodorants besteht: 25% der Brustkrebspatienten und 30% der Kontrollpersonen verwendeten regelmäßig Antitranspirants, 41% der Patienten und 38% der Kontrollpersonen verwendeten Deodorants. Die Unterschiede entsprechen typischen Variationen, die rein auf Zufall zurückzuführen sind.
Die Autoren der Studie räumen ein, dass sie sich bezüglich der Nutzung von Deos und Antitranspirants auf die möglicherweise unvollständigen Erinnerungen und Berichte der Frauen verlassen mussten. Dennoch besitzt die Studie dank ihres wissenschaftlichen Ansatzes bedeutende Aussagekraft und sollte dazu beitragen, die Sorgen vieler Frauen aus dem Weg zu räumen.
Auszug aus Harvard Women's Health Watch Januar 2003 © 2003, President and Fellows of Harvard College. www.health.harvard.edu


